Ironie der Geschichte.

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Mit einigen internationalen Studierenden besuche ich den jüdischen Friedhof in Berlin Weißensee.

Es ist ein verwunschener Ort, in dem sich die Natur die einzelnen Gräber zurückholt, sie überwuchert und in sich aufnimmt. Es ist, zumindest für mein Empfinden, ein friedlicher, ein wirklich schöner Ort.

Als Deutscher in internationaler Gesellschaft auf einem jüdischen Friedhof bin ich in erster Linie allerdings eines: betroffen.

Eine deutsche Kommilitonin drückt es folgendermaßen aus: „German Students talk a lot about the Holocaust because were too polite not to.“ („Wir deutschen Studierenden reden häufig über den Holocaust, weil wir zu höflich sind, um es nicht zu tun.“)

Und da es gefühlt komisch klingt, als Deutscher zu sagen, ein jüdischer Friedhof sei ein sehr schöner Ort, sage ich lieber gar nichts und gucke ernst.

Bis ich auf den Grabstein von Dr. Hammerschlag treffe. Da lache ich laut, und fühle mich pietätlos.

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