Königsberger Klopse.

 

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Auf dem Rückweg von der U-Bahn gibt es ein Café mit einem unglaublich kitschigen Namen und täglich zwei Gerichten. Es rühmt sich vegetarisch wie vegan, und als ich heute dort Königsberger Klopse esse, hält eine junge Frau mit Kind auf ihrem Fahrrad vor Bekannten am Nebentisch.

Sie habe eigentlich gar keine Zeit, sie müsse in den Second-Hand-Laden nebenan, um für ihren Sohn eine Regenjacke zu kaufen, sagt die Dame mit dem Pagenschnitt.
Regenjacken seien bestimmt gerade schwierig zu kriegen, ergänzt die bessere Hälfte des Pärchens am Nebentisch bei Sonnenschein und 25 Grad.
Ohja, sagt die junge Mutter mit dem toilettengroßen Brillenrahmen. Außerdem fahre sie übers Wochenende in die alte Heimat, sie habe ja gerade ihren Bachelor fertig gemacht — es fehlen nur noch ein paar Prüfungen, das müsse gefeiert werden. Noch dazu habe ihr Freund beinahe seine Approbation als Psychotherapeut in der Tasche, und ihr Sohn werde bald ein Jahr alt.

Irgendwie mag ich diese Stadt, denke ich. Wenn alle gebrauchte Regenjacken kaufen würden, wäre die Welt ein besserer Ort. Egal bei welchem Wetter.

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