Meine fremde Wohnung.

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Ich ziehe in eine WG in Berlin. Dort soll ich einer der Zwischenmieter sein, die die ursprüngliche Besetzung aus drei Medizinstudentinnen vertreten. Außer mir wohnt hier demnach vertretungsweise noch eine junge Dame namens Valerie — und ein Italiener. Dessen Name ist meiner Kontakt-Zwischenvermieterin zwar unbekannt, er sei aber ein sehr italienischer Italiener. Und nett, nett sei er natürlich auch.

Beim Einzug bekomme ich von einer freundlichen Nachbarin den Schlüssel ausgehändigt mit dem Hinweis, ich wohnte im 1. Zimmer links. Die Nachbarin kennt zwar den Namen des Italieners auch nicht, aber bestätigt, er sei sehr nett.

Im 1. Zimmer links befinden sich eine Toilette und eine Dusche. Ich werde misstrauisch.

Auf meine Mitbewohnerin Valerie treffe ich schließlich am Abend. Sie bleibt selbst für sechs Wochen und weiß auch nicht so recht, wer wann und in welchem Zimmer wohnt, allerdings habe der sehr nette Italiener, den die Nachbarin gesehen haben will, abgesagt und sei wohl nie hier gewesen. Außerdem, erklärt Valerie, sei im Kühlschrank das Fach, in dem diverse Bierflaschen kalt liegen, reserviert für jemanden, der am Montag vorbeikommen soll. Wer das ist: Man weiß es nicht.

Die Wohnung ist übrigens sehr schön. Ich wohne nicht im Bad. Auch nicht in der Küche (2. Zimmer links), sondern im 3. Zimmer links. Und aus der heutigen Erfahrung, einen gefüllten IKEA-Rollcontainer allein durch ein Treppenhaus zu wuchten, habe ich gelernt:

Wenn man in den fünften Stock zieht, gibt es nur eine Regel:
Ziehe nicht in den fünften Stock.

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