Ich gehe nach Berlin.

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Mein Zimmer in Bonn ist leer, und der Skoda meiner Eltern ist schaumol-voll. Das ist noch etwas voller als voll. Derart beladen machen wir uns auf den Weg aus meiner alten Südstadt ins neue Berlin. Fünf Stunden Auto, unterbrochen nur von einer Raststätte irgendwo auf der Strecke zwischen Bonn und Wedding. Gemeinsam mit meinem Vater sitze ich auf zweckmäßiger Bestuhlung und trinke Kaffee für 3,20 Euro. Die einstige innerdeutsche Grenze haben wir bereits hinter uns.

Mein Papa packt Geschichten aus. Unterschiede Ossis-Wessis. Im letzten Urlaub an der Ostsee, erzählt er, sei er mit meiner Mutter aus Platzgründen zum Sonnenbaden an den FKK-Strand ausgewichen. Dazu hätten die Leute hier ja eine andere Beziehung.

Ich freue mich sehr über die zweitägige Vater-Sohn-Reise. Und habe bloß ein bisschen Angst, dass nun ein Gast der Raststätte sich die Kleider vom Leib reißt und frei-schwingend zu seinem Auto rennt. Es passiert: nichts.

photo credit: dawolf- cc

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