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Ich gehe zum ersten Mal in meinem Leben in eine Ausländerbehörde.

Sie liegt in Berlin gekonnt platziert—einen Kilometer von jeder Bahnstation entfernt. Auf dem Fußweg passieren die Ausländer und ich im Regen erst ein Kamera-überwachtes Heizkraftwerk von Vattenfall und dann einen Schweißtechnik-Komplex von ThyssenKrupp.
Irgendwo muss man eine Ausländerbehörde eben hinbauen.

Mein Mitbewohner aus Russland sagt, es gebe in Berlin zwei Orte, die er meidet, so gut es eben geht: die russische Botschaft und die Ausländerbehörde.

Ich begleite eine chinesische Kommilitonin, die ihr Visum verlängern muss. Bis sie dran kommt, warten wir vier Stunden. Der Raum sieht exakt so aus, wie man sich ihn vorstellt. Die Büro-Wand der Sachbearbeiterin schmückt ein Foto von zwei Kisten Kartoffeln mit einer Mistgabel.

Ich denke, wie froh ich bin, nicht dauernd im  Warteraum B22 für „Studierende, Wissenschaftler und Sprachschüler aller Länder“ sitzen zu müssen.
Dann gehe ich eine Etage höher in den Warteraum B42. Dort sitzen Armenier bis Vietnamesen sowie „Staatenlose und ungeklärte Staatsangehörige“. Und auf einmal sind Studierenden-Visa absolute Luxusprobleme.

 

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